Ehemaliges Chemiewerk Rüdersdorf: Monumentale Industrieruine und faszinierender Lost Place bei Berlin. Die 1999 stillgelegte Fabrik dient heute weltweit als spektakuläre Filmkulisse, unter anderem für das Kriegsdrama Stalingrad (1993) und Hollywood-Blockbuster wie Die Tribute von Panem.
Kloster Chorin
Roter Backstein und mehr als 750 Jahre Geschichte
Das ehemalige Zisterzienserkloster Chorin in Brandenburg liegt am heutigen Amtssee. Seine hohen Backsteinmauern und filigranen gotischen Formen machen es zu einem Schlüsselwerk der norddeutschen Backsteingotik.
- Der Ursprung: Die Geschichte beginnt 1258 mit der Gründung des Zisterzienserklosters Mariensee auf dem Parsteinwerder am Parsteiner See. Die brandenburgischen Markgrafen Johann I. und Otto III. stifteten es als Haus- und Begräbniskloster der Askanier.
- Der Umzug nach Chorin: Der ursprüngliche Standort war schwer zugänglich und für den Klosterbetrieb wenig geeignet. Es fehlten Fließgewässer für Wasserkraft und Wasserversorgung. 1273 wurde die Verlegung an den Chorin-See bestätigt – den heutigen Amtssee.
- Gotik aus Backstein: Ab 1273 begannen die Zisterzienser mit dem Bau der Kirche. In Chorin wurden die Formen und feinen Ornamente großer gotischer Kathedralen erstmals in Brandenburg in Backstein übertragen.
- Ein Vorbild für andere Kirchen: Die Choriner Klosterkirche beeinflusste weitere Bauwerke. Dazu zählen die Franziskanerkirchen in Berlin und Angermünde sowie die Marienkirche in Neubrandenburg.
- Wasserkraft für den Klosteralltag: Bereits vor der Klostergründung gab es am See zwei Wassermühlen. Die Zisterzienser bauten eine davon zu einem großen Werkhaus aus. Ihre Granitsteinruine ist noch heute westlich der Klosteranlage zu erkennen.
- Grablege der Askanier: Markgraf Johann I. wurde 1266 zunächst am ursprünglichen Klosterstandort bestattet. Später wurden seine sterblichen Überreste nach Chorin umgebettet.
- Schinkel und die Denkmalpflege: Im frühen 19. Jahrhundert setzte sich Karl Friedrich Schinkel für die Erhaltung und Restaurierung der Klosterruine ein. 1817 forderte er den damaligen Pächter sogar auf, die Schweine aus der Kirche zu entfernen. Chorin gilt damit auch als frühes Beispiel preußischer Denkmalpflege.
Quelle: Kloster Chorin – Geschichte









































